Aug 09

Lo-Fi

Tag: Allgemeinadmin @ 16:55

Wenn man von mp3-Playern spricht, redet man natürlich, wie bei den Diskursen, die auf Tonträgerabspielgeräte bezogen sind, von der Soundqualität. Und doch muss es nicht immer die beste Hi-Fi-Aufnahme sein, die man abspielt. Der Sound ist immer Teil der Musik und eröffnet zahlreiche Möglichkeiten – gewissermaßen ist er ein veritables Instrument. Es ist ja auch streng genommen ein wenig seltsam, sich bei mp3 Gedanken um Soundqualität zu machen. Nicht sinnlos, denn natürlich möchte man das beste aus seinen Geräten das Beste herausholen. Seltsam bloß, weil mp3s im Verhältnis zu Schallplatten, CDs und auch anderen Audioformaten gegenüber erhebliche Nachteile im Klang haben (aber wer nimmt schon seine Plattensammlung und Stereoanlage mit in die Ferienwohnung Berlin?). Mittlerweile ist es ja möglich, verlustfrei zu komprimieren. Zum Beispiel FLAC oder MP3HD. Mp3 gehört nicht in diese Kategorie. Da muss man gewisser Musik gar nicht snobbish gegenübertreten. Aber eigentlich muss man das auch nicht mit einer High-End-Anlage. Eigentlich muss man das sowieso gar nie. Und genau darum geht es ja auch bei Lo-Fi-Musik. Es handelt sich hierbei um Independentmusik, die das Diktum „DIY, not EMI“ beherzigt und sich einen Dreck um klangliche Perfektion schert, sondern vielmehr aus den vorhandenen Produktionsmitteln das Beste herausholt. Und welches der beste, der angemessene Sound ist, das entscheidet noch immer der Künstler selber – und da gibt es große Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Aufnahmen. Als Legenden der DIY-Szene gelten Guided By Voices. Robert Pollard und seinen Mannen sind nach mehrjähriger Sendepause in der klassischen „93-96“-Besetzung unterwegs. Die minimalistischen Aufnahmen stehen bei GBV zum Teil neben Opulenten Werken, die aber durch die billigen Kassettenaufnahmen gleichfalls der Low Fidelity treu bleiben.

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