Aug 03

Ist Lautstärke wirklich König?

Tag: Allgemeinadmin @ 16:57

Die Masteringstudios dieser Welt machen die Musik lauter als je zuvor, was dem Hörererlebnis mehr schadet als nützt. Die Maximierung der Lautstärke, CD- und MP3-Technologie machen nehmen den Aufnehmen viel von dem, was sie eigentlich zu bieten haben könnten.

Wie kommt dies zustandte? Sollte man nicht meine, die Lautstärke werde mit dem Regler an der Stereoanlage eingestellt? Ja, das ist zweifelsohne richtig. In gewisser Weise zumindest. Und früher war das auch noch viel mehr der Fall als heutzutage. Doch immer mehr fällt die Musik bei der letzten Soundmanipulation, die der Tontechniker vornimmt, dem sogenannten Mastering nämlich, der Kompression zum Opfer. Das muss man sich so vorstellen: die Lautstärke wird auf eine Weise angeglichen, dass kaum ein Unterschied zwischen leisester und lautester Stelle des Liedes besteht. Dies ist ein Effekt,k der uns zum Beispiel aus dem Radio bekannt ist, vor allem aus der Radio- (wie auch Fernseh-)werbung, die uns lauter erscheint als der Rest des Programms, weil die Lautstärke aufs Maximum angehoben ist – und zwar durchgängig. Dies mag ein Fortschritt in der Technologie sein, und es macht die Musik auch besser hörbar auf minderwertigen Geräten wie Mobiltelephonen, auf denen die leisen Stellen sonst abfallen würden. Doch hört man die Musik auf einer gewöhnlichen Stereoanlage oder mit Kopfhörern, fällt einem auf, dass die Musik keine Spannung besitzt. Da die Lautstärke, im Groben, die ganze Zeit gleich bleibt. So gehen dem Hörer nicht nur die emotionalen Höhepunkte und verstecktere, leisere Instrumente verloren, sonder er erleidet auch, was Fachleute „Ohrenermüdung“ (ear fatigue) nennen. Es sind natürlich kommerzielle Erwägungen, die die Plattenfirmen nach den lautesten Tonträgern streben lassen – denn im Vergleich zur Konkurrenz klingt für den Hörer im ersten Moment „besser“, was lauter ist. So lassen sich auch lauter klingende Tracks bei iTunes besser verkaufen. Doch der Verlierer des „Loudness War“ ist letztlich der Hörer.

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